Das Maute Areal

Energie- und Wärmekonzept

Energie – zukunftssicher, regional und nachhaltig

Das Energie- und Wärmekonzept für das Maute Areal hat das Ziel eine möglichst CO2-
neutrale Wärmeversorgung bereitzustellen. Der Gemeinderat hat die Umsetzung von
nachhaltigen Einzellösungen durch die Investoren/Bauträger entschieden.

Leitsatz aus dem Gestaltungsbeirat

Der Gestaltungsbeirat Bisingen hat sich mit dem Leitsatz „Energie-zukunftssicher, regional und nachhaltig“ für eine grundlegende Haltung gegenüber einer klimafreundlichen Energie- und Wärmeversorgung ausgesprochen.

In den Jahren 2023-2025 wurden aufbauend auf eine erste Analyse durch die Firma ebök weitere Überprüfungen und Planungsvorbereitungen für ein Nahwärmekonzept mit Erdwärmesonden durch die EnBW durchgeführt. Ende 2025 zog die EnBW die Betreiberschaft des Wärmekonzeptes zurück.

Trotz Wegfall des zentralen Wärmekonzeptes wird der Leitsatz weiterhin verfolgt. Eine sichere und klimafreundliche Energieversorgung ist weiterhin nicht nur möglich – sondern auch relevanter denn je. Der Gemeinderat hat die Umsetzung von nachhaltigen Einzellösungen durch die Investoren/Bauträger entschieden.

Zu den möglichen Optionen gehören:

  • Luft-, Wasser- oder Erd-Wärmepumpen, idealerweise kombiniert mit Photovoltaik
    für maximale Autarkie

  • Solarthermie für effiziente Wärmegewinnung

  • Biomasseheizungen mit Pellets oder Hackschnitzeln

  • Nutzung von Abwärme als zusätzliche Ressource

Besonders vielversprechend ist die Kombination aus Solarthermie + Wärmepumpe +
Speicher – sie ermöglicht ein Höchstmaß an Unabhängigkeit und macht den Weg frei für
eine nachhaltige Energiezukunft


Ausgangslage

Im Jahr 2022 wurde eine Voruntersuchung zum Energiekonzept für das Maute Areal von der Firma ebök aus Tübingen erarbeitet. Ziel der Voruntersuchung war das Maute Areal möglichst „klimagerecht“ zu gestalten. Im Rahmen der Voruntersuchung wurde unter anderem der zukünftige Energieverbrauch errechnet und dargestellt, ob und in welcher Art und Weise eine zentrale Versorgung aufgebaut werden kann. Die energetische Bewertung erfolgte auf Basis des städtebaulichen Entwurfs. Den geplanten Gebäuden aus dem städtebaulichen Entwurf wird eine gute Kompaktheit bescheinigt. Eine gute Sonneneinstrahlung und Belichtung der Wohnungen und Gewerbeflächen ist gegeben. Zur aktiven Solarenergienutzung eignen sich die Dachflächen aller untersuchten Gebäude, insbesondere die Flachdächer sowie die Satteldächer mit südlicher bzw. südwestlicher Ausrichtung. Eine mehrseitige Belichtung ist durch angepasste Wohnungsgrundrisse gegeben.

© ebök

Die Vorbereitungsplanungen im Energie- und Wärmenetz des Maute Areals sind im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) förderfähig und wurden entsprechend gefördert.


Chancen durch eine dezentrale Wärmeversorgung

Der Wegfall des geplanten zentralen Wärmenetzes eröffnet neue Chancen für eine zukunftsorientierte Freiraumplanung. Ohne Sondenfelder oder notwendige Zugangsflächen entsteht mehr Gestaltungsfreiheit für Grünflächen, Wegeführungen und Spielbereiche. Auch die Bepflanzung wird flexibler: Da keine Erdwärmesonden mehr geschützt werden müssen, können tiefwurzelnde Bäume ohne Risiken gesetzt und vielfältige Pflanzkonzepte umgesetzt werden. Gleichzeitig ermöglicht die freie Flächennutzung eine größere gestalterische Vielfalt – etwa durch die uneingeschränkte Integration von Wasserelementen, Retentionsbecken oder begrünten Aufenthaltsbereichen.

Alternative Wärmeversorgungssysteme wie Luft-Wärmepumpen, Solarthermie oder Abwärmenutzung bieten zusätzlich große Vorteile. Sie arbeiten oberflächennah, benötigen keine tiefen Eingriffe in den Boden und beeinträchtigen die Freiraumplanung somit kaum. Auch für moderne Schwammstadtkonzepte ergeben sich klare Pluspunkte: Mehr Flächen können für das Regenwassermanagement genutzt werden Versickerungsflächen können nun optimal für das Regenwassermanagement genutzt werden, etwa durch Rigolen, Mulden oder Retentionsräume. Da keine Bodenverdichtung durch Bohrungen entsteht, bleibt die Infiltrationsfähigkeit erhalten. Dadurch lässt sich blau-grüne Infrastruktur – also die Verbindung von Vegetation, Wasserhaltung und Aufenthaltsqualität – leichter, effizienter und natürlicher umsetzen.